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Bönnigheimer Weihnachtsmarkt: Heißer Nikolaus gefällig?

Winterapfel, heißer Nikolaus und wilde Kartoffeln sind nur einige kulinarische Köstlichkeiten, die am Wochenende die Besucher auf den Bönnigheimer Weihnachtsmarkt in die Altstadt gelockt haben.

Text: Bietigheimer Zeitung - SUSANNE YVETTE WALTER vom 15.09.2014
 
 

 

Die vorweihnachtliche Atmosphäre ist perfekt und zieht schon am frühen Samstagabend scharenweise Besucher in die Bönnigheimer Altstadt. Bunte Lichtergirlanden verbinden gegenüberliegende Fachwerkhäuser. Zauberhaft schimmern Fenster und Bäume. Feuerkörbe lodern einladend. Der reizvolle Budenzauber ist in diesem Jahr besonders groß und besonders wirkungsvoll gestaltet beim traditionsreichen Weihnachtsmarkt.

 

Bereits als es dämmert, strömen Besucher unter dem Torbogen des Köllesturms hindurch und hinein in die Altstadt. An den Ständen, die überall die gepflasterten Gassen säumen, herrscht schnell reges Treiben. Bald schon drängen sich die Besucher - man muss ausweichen, wenn jemand mit fünf Gläsern Glühwein bewaffnet seinen Weg durch die Menge sucht. Man tut es gern, tauscht einen Scherz aus. Es ist herrlich friedlich in Bönnigheim am Abend vor dem ersten Advent, trotz der vielen Menschen.

 

Die Interessengemeinschaft der Selbstständigen wählt den Termin für ihren beliebten Weihnachtsmarkt bewusst früh im Advent, weil jetzt noch niemand von Weihnachten übersättigt ist. Das Gegenteil ist der Fall: Die Besucher drängen sich nicht nur um die Stände der legendären Schnaps-, Likör- und Weinmacher in Bönnigheim.

 

Walter Prochnau aus Bönnigheim hat, wie in jedem jahr, gleich drei Stände nebeneinander: einen für Glühwein-Spezialitäten, einen für den Ausschank und Verkauf von Schnaps und einen für den Likörausschank und -verkauf. Mit rund 15 Mitarbeitern ist er hier im Einsatz. Der Renner ist in diesem Jahr neben dem "Winterapfel" (Apfellikör mit Glühweingewürz) vor allem der "heiße Nikolaus". Dafür nehme man: Glühwein, Amaretto und Sahne. "Lecker", findet Gabriele Gutbrod aus Bietigheim-Bissingen. Sie mag den Bönnigheimer Weihnachtsmarkt besonders "wegen seiner persönlichen Atmosphäre".

 

Die Gewerbetreibenden aus Bönnigheim sind mit eigenen Ständen vertreten, wie zum Beispiel Raumausstatterin Sabine Blatt. An ihrem Stand gibt es kuschelige Kissen für lange Winterabende zu kaufen. Manche kombinieren das eigene Geschäft mit einem Stand draußen vor der Tür und wieder andere haben Stände aufgebaut aus reinem Spaß an der Bastelei. Die Hobby-Kunsthandwerker Wolfgang Göthling und Sibylle Messer gehören dazu. An ihrem zentral gelegenen Platz verkaufen sie Holzfiguren, die sie selbst ausgesägt und bemalt haben. Die finden reißenden Absatz. "Das ist ein reines Hobby. Wir haben zu Hause einen Raum mit einer Tischkreissäge, einer Ständerbohrmaschine und einigen Geräten mehr und toben uns damit einfach gern aus", erzählt Wolfgang Göthling.

 

Wer weiterschlendert begegnet kulinarischen Angeboten wie der "wilden Kartoffel" oder der Chiliwurst. Noch rustikaler wird es beispielsweise am Tiroler Marktstand, denn schließlich kommen auch Marktbestücker von weit her gern nach Bönnigheim, um hier ihre Waren anzubieten. Wie wäre es mit geräucherten Würstchen und einem Stück Sennerkäse? Dicht umringt ist auch der Stand mit verlockend duftenden Teignestern, die wie Waffeln duften, wahlweise mit Puderzucker oder Preiselbeeren.

 

Und immer wieder haben die Bönnigheimer Gewerbetreibenden kleine Ruheoasen geschaffen für Menschen, die sich hier treffen und in Ruhe unterhalten wollen, ohne zu frieren. Dafür sind in der Altstadt Feuerkörbe aufgestellt. Die Kulisse rund ums Schloss setzt dem Bönnigheimer Weihnachtsmarkt ohnehin in jedem Jahr eine Krone auf.

 

Außerdem sind die vier Museen - Museum Sophie La Roche, Museum Charlotte Zander, das Schwäbische Schnapsmuseum, die Arzney-Küche - sowie die Bönnigheimer Vinothek Anziehungspunkte für kulturell Interessierte, die sich vor Weihnachten Zeit zum Bummeln nehmen.

 

 

   
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